Twitter Marketing – 6 Goldene Regeln

In der letzten Woche bin ich der Frage nachgegangen, ob sich Twitter für kleine Unternehmen lohnt. Heute geht es um sechs goldene Regeln, die für das Marketing auf der Social Media Plattform Twitter beachtet werden sollten.

Regel 1: Regelmäßig und möglichst gleichbleibend twittern

Bei Twitter geht es insbesondere um die Sichtbarkeit in der Timeline der Follower. Hier sollte man versuchen, eine gute Balance zu finden. Einerseits ist eine verlässliche Sichtbarkeit wichtig, andererseits sollte man seine Follower nicht nerven oder gar „zuspammen“. Es macht also relativ wenig Sinn, nur zu einer bestimmten Tageszeit zu twittern und alle Botschaften, die man loswerden möchten, auf einmal in die Welt hinaus zu zwitschern. Besser ist es, gleichmäßig über den Tag verteilt seine Follower zu informieren. Gleiches gilt für das Veröffentlichen an den einzelnen Tagen in der Woche. Wer nur einmal wöchentlich twittert geht in der Regel im allgemeinen Gezwitscher unter.

Natürlich hat niemand Zeit, sich den ganzen Tag nur darum zu kümmern, rechtzeitig und punktgenau zu twittern. Darum gibt es Programme beziehungsweise Plattformen, die das zeitversetzte Versenden im Voraus geplanter Tweets erleichtern. Ich nutze beispielsweise sowohl Hootsuite als auch Buffer. Auch Tweetdeck bietet die Möglichkeit des zeitgesteuerten Veröffentlichens. Ich werde in einem künftigen Beitrag genauer auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Plattformen eingehen.

Regel 2: Gute Tweets dürfen mehrmals täglich erscheinen

Was sind gute Tweets? Sicher nicht einfach nur Werbung a la „das ist mein Produkt, hier könnt Ihr es kaufen“. Gute Tweets zeichnen sich durch einen Mehrwert für die Follower aus. Am naheliegendsten sind hier Tipps, aktuelle Hinweise oder Links zu Gutscheinen oder kostenfreien Angeboten. Haben Sie einen eigenen Weblog und schreiben Sie interessante Beiträge, so sollten Sie unbedingt auch auf diese Beiträge verlinken.

Ich sende beispielsweise werktäglich einen ultrakurzen #Marketingtipp. Heute vor sechs Monaten habe ich damit begonnen – ein weiteres halbes Jahr werde ich neue weitere Tipps geben. Damit keiner meiner Follower diese verpasst, sende ich sie mehrfach täglich, meist im zweistündigen Abstand. Denn die Timeline ist letztendlich ein Nachrichtenticker, den auch niemand den ganzen Tag mitliest oder weiter als ein bis zwei Stunden in die Vergangenheit durchforstet. Außerdem twittere ich Hinweise auf die Beiträge, die ich in meinem Weblog hier veröffentliche.

Regel 3: Nur etwa 20% der Tweets sollten Eigenmarketing sein

Die 20% sind ein grober Faustwert, zeigen aber, dass Sie es mit der Werbung auf Twitter nicht übertreiben sollten. Mancher fragt sich nun, was soll ich denn dann twittern? Die restlichen 80% können Sie beispielsweise mit Hinweisen auf interessante Seiten, die thematisch zu Ihnen und den möglichen Interessen Ihrer Follower passen, füllen. Schreiben Sie eine kurze Einleitung, was in Ihrem „Fundstück“ so spannend ist und verlinken Sie auf diese Seite. So zeigen Sie, dass Sie sich in Ihrer Branche oder Ihrem Thema auskennen und auf dem Laufenden halten. Und Ihre Follower freuen sich, die Perlen im Internet nicht selbst suchen zu müssen. Außerdem ist Twitter nicht nur ein „Sendemedium“, sondern vor allem auch ein Kommunikationsmedium. Wenn Sie aufmerksam mitlesen, werden Sie feststellen, dass in dem allgemeinen Gezwitscher auch sehr viel Zwischenmenschliches passiert. Da werden Fragen gestellt und beantwortet. Einige Unternehmen nutzen Twitter sogar für ihren Kundenservice und sind so ganz nah an den Problemen und Wünschen ihrer Zielgruppe. Manchmal wird auch einfach nur in die Runde gegrüßt oder bestimmte Follower direkt angesprochen, zu denen der Twitterer über die Zeit eine gewisse Beziehung aufgebaut hat. So wichtig also die Eigenwerbung ist – finden Sie ein gesundes Maß!

Regel 4: Twittern ist Kommunikation

Wie in der vorangegangenen Regel beschrieben, ist Twitter ein Kommunikationsmedium. Folglich haben sich hier auch Rituale entwickelt, die einem anfangs vielleicht unverständlich oder merkwürdig erscheinen. Doch sie sorgen dafür, dass Sie zu Ihren Followern eine Beziehung aufbauen. Machen Sie mit, zeigen Sie, dass Sie „dazu gehören“ und wissen, was sich gehört. Durch die sich entwickelnde Beziehung wird man sich an Sie erinnern, findet Sie vielleicht nett (oder wenigstens interessant), wird auf Ihre Tweets achten und Sie wahrscheinlich weiterempfehlen und Ihre Tweets retweeten (also an die eigenen Follower weitersenden) und so Ihre Reichweite vergrößern. Auf diese Art bekommen Sie sehr viel qualifiziertere Follower als wenn Sie dafür extra (möglicherweise sogar kostenpflichtige) Software einsetzen oder Bestandteil einer Followergemeinde werden, die auf dem Schneeballprinzip beruht, Ihnen aber nur Follower aus Ländern einbringt, in denen Sie sowieso keine Geschäfte machen.

Entdecken Sie also morgens in Ihrer Timeline Grüße an Sie und noch einige andere Twitterer, machen Sie den Spaß mit, retweeten Sie die Grüße, falls noch Platz vorhanden ist, ergänzen Sie vielleicht um Ihren eigenen kleinen Spruch und freuen Sie sich daran, wenn man Sie auch am nächsten Morgen wieder bedenkt. Ein weiteres Spiel, an dem Sie teilnehmen sollten, sind die sogenannten Follow-Friday-Empfehlungen. Der Freitag hat sich als der Tag eingebürgert, an dem man seine eigene Timeline auf interessante Twitterer aufmerksam macht und empfiehlt, diesen zu folgen. Auch so gelangt man an sehr qualifzierte Follower. Wenn Sie wissen möchten, wie FollowFriday genau funktioniert, lesen Sie den deutschsprachigen Beitrag auf dem Blog.

Regel 5: Verwenden Sie Hashtags

Hashtags haben weder was mit Drogen noch mit den kurzbeinigen Jagdhunden zu tun, sondern sind spezielle Links und Etiketten (englisch: tag), die man mit einem speziellen Zeichen, nämlich der Raute # (englisch: hash) beginnt. Ein Wort, das Sie mit der vorangestellten Raute markieren wird automatisch ein Hashtag. Hashtags machen es leicht, Twitter nach bestimmten Themen zu durchsuchen. Doch übertreiben Sie es nicht. Mehr als drei Hashtags sollten Sie in einem Tweet nicht verwenden – denn dann leidet die Lesbarkeit.

Regel 6: Retweets sichern Dankbarkeit und Aufmerksamkeit

Hat Sie ein anderer Twitterer weiterempfohlen, können Sie sich natürlich mit einer Nachricht an ihn bedanken. (Nutzen Sie dafür nicht die Direktnachricht). Viel mehr wird sich der- oder diejenige aber freuen, wenn Sie beginnen, ihre oder seine Nachrichten auch an Ihre Follower weiterzuleiten – im Jargon: zu retweeten. Denn so erreicht seine Botschaft nicht nur die eigenen Follower, sondern Ihre auch gleich mit. Und wer weiß, vielleicht sind dort auch wieder eine Handvoll Twitterer, die die Nachricht so interessant finden, dass sie sie gleichfalls retweeten. Auf diese Weise können Nachrichten in kürzester Zeit sogar um die ganze Welt laufen.

In den nächsten Tagen folgen auf diesem Blog weitere Tipps rund um Twitter.

 

 

47 Kommentare zu „Twitter Marketing – 6 Goldene Regeln“

  1. Sehr geeherte Frau Schultz,
    vielen Dank für Ihren Beitrag. Dass ich hier schreibe liegt daran, dass ich Sie über Twitter erst gefunden habe und ist somit ein kleiner ‚Beweis‘ Ihrer „6 Regeln“
    Viele Grüße aus Berlin

    Ulrich Just

  2. Hallo Frau Schultz,
    Dank Ihres Berichts stellt sich für mich die Frage: „Hootsuite oder Buffer“ (die kostenpflichtige Versionen)? Besonders das „Scheduling“ und die Analyse ist für mich interessant. Ein erster Versuch mit Buffer bzw. die Auwertung, ob und wer eigentlich meine tweets liest, war leider ‚ernüchternd‘ und die Frage nach dem (Zeit-)Kosten-Nutzen-Verhältnis kam auf.
    Ich freue mich also über Ihre fachfrauische Antwort.
    Viele Grüße
    Ulrich Just

    1. Ehrlich gesagt nutze ich bisher sowohl Buffer als auch Hootsuite nur in den kostenfreien Versionen, die für meine Zwecke völlig ausreichen. Die Analysen nehme ich anderweitig vor (Google Analytics in bezug auf die Blog- und Website-Zugriffe).

      Die Frage nach dem (Zeit-)Kosten-Nutzen-Verhältnis stellt sich natürlich immer, wenn man Twitter (und andere Social Media) nicht nur privat zur Unterhaltung, sondern gerade geschäftlich (zur Kundenkommunikation, zu Marketing-Zwecken…) nutzt.

      Ähnlich wie beim Netzwerken im realen Leben sehe ich auch hier, dass der Zeitfaktor (die Dauer und die Regelmäßigkeit der Aktivitäten) mit entscheidend für den Erfolg sind. Vieles wirkt nur indirekt. Eine Reputation baut man kaum in einem Vierteljahr auf. Insofern ist auch hier Geduld und Beharrlichkeit angesagt. Hier Zeit (und ja, auch Geld) zu investieren lohnt sich für jeden Unternehmer.

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