Social Timing – Mythos oder Empirie?

Kommt Ihnen das Buzzword „Social Timing“ bekannt vor? Dann kennen Sie bestimmt auch diese hübschen Infografiken die angeblich die Antwort auf die Frage „Wann ist die beste Zeit zum Posten?“ liefern. Aber mal ehrlich: Woher will ein Marktforschungsunternehmen wissen, wann, wie und wo IHRE Kunden im Social Media aktiv sind?

Nehmen wir also eines direkt vorweg: Diese Infografiken liefern NICHT die Antwort auf diese Frage. Zumindest nicht wirklich… Fangen wir vorne an:

Die Sozialen Netzwerke

Die meisten Unternehmen sind in mehreren sozialen Netzwerken aktiv, sei es nun Facebook, Twitter, Google+ oder Pinterest. Studien analysieren hinsichtlich der Fragestellung nach den optimalen Posting-Zeitpunkten natürlich zu aller erst das Nutzerverhalten auf den jeweiligen Plattformen, u.a.:

  • Wie viele Nutzer sind aktiv?
  • Wie viele Beiträge werden im Schnitt oder insgesamt pro Stunde veröffentlicht?
  • Zu welcher Uhrzeit?
  • Wann werden die meisten Links geklickt?
  • Wann wird besonders viel geliked oder geteilt?

Aus diesen Daten lassen sich dann wunderschöne Diagramme wie dieses (PDF-Datei) zeichnen und Aussagen darüber treffen, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit besonders viele Beiträge geteilt werden, aber leider hat das bisher noch rein gar nichts mit IHRER Zielgruppe zu tun. Analysiert wird hierbei die Gesamtheit der Nutzer eines Netzwerks, nicht aber IHRE Fans und Follower. Der Weg zum Ziel ist also ein anderer…

Das Ziel

Zunächst müssen Sie Ihre Absichten definieren. In der Theorie existieren zwei gängige Alternativen: Entweder Sie versuchen mit Ihren Posts Traffic für Ihren Blog oder Ihre Webseite zu generieren (Stichwort: Promotion), oder Sie zielen darauf ab, mehr Interaktion zu erzeugen. Um dies zu erreichen, haben Sie wiederum zwei Optionen: Erstens, Sie veröffentlichen Ihre Beiträge zu den Stoßzeiten, um möglichst viele aktive Leser anzulocken, oder zweitens, Sie posten Ihre Beiträge zu „Low Activity Hours“ und erhalten für Ihre Beiträge durch die geringe Aktivität in den sozialen Netzen eine größere Prominenz. Beide Möglichkeiten haben jedoch leider ihre Vor- und Nachteile.

Ihre Zielgruppe

Um herauszufinden wann für Sie der optimale Zeitpunkt für neue Beiträge ist, müssen Sie wohl oder übel selbst Ihre Nutzer analysieren. Ein Glück, dass es hier kleine Helferlein gibt, die einen dabei unterstützen. Mit Tools wie beispielsweise Facebook Insights, bit.ly (nur hinsichtlich der Klicks) oder Buffer wird sofort ersichtlich, wann Ihre Tweets oder Facebook-Nachrichten am meisten Feedback erhalten (durch Impressions, Klicks, Shares, etc.).

Die Strategie

Der Erfolg liegt nun in der Kombination empirischer Studien und Ihrer persönlichen Erkenntnisse. Ihre Zielgruppe wurde von den Studien ebenfalls erfasst, aber eben nicht exklusiv betrachtet. Führen Sie Ihre eigenen Studien durch, aber denken Sie an eine sinnvolle Methodik. Stellen Sie eigene Hypothesen auf und verifizieren Sie sie. Um das Beispiel von Eric Boggs, CEO der Social Media Agentur ArgyleSocial, aufzugreifen, könnten Sie ähnliche (nicht dieselben!) Inhalte über einen gewissen Zeitraum jeweils zu zwei verschiedenen Uhrzeiten posten. Dadurch  sammeln Sie genug Daten, um eine Aussage über die Effektivität der einen Uhrzeit im Vergleich zur anderen zu treffen. Für einen ganzen Tag, eine ganze Woche und sämtliche Social Networks haben Sie nun für die nächste Zeit einiges vor sich. Viel Spaß!

PS: Vergessen Sie nicht, diesen Prozess zu wiederholen, schließlich wächst Ihre Fangemeinde und wer weiß schon, wann die wiederum aktiv ist. 😉

 


Robert Weller

Robert Weller ist freiberuflicher Grafikdesigner, Desktop-Publisher und Social Media Enthusiast. In seinem Blog toushenne  schreibt er über Social Media, Content Marketing & Webdesign. Seine Profile im Web: TwitterFacebookGoogle+Pinterest.

 

 

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