Kurze Tipps für eine gute Pressemitteilung

Kurze Tipps für eine gute Pressemitteilung

Drei PrintmedienGerade las ich auf XING in einem Forum einen Hilferuf, was denn eine gute Pressemitteilung ausmache. Spontan habe ich eine Antwort geschrieben und veröffentliche sie nun auch noch einmal leicht überarbeitet hier in meinem Blog.

Wer zum ersten Mal eine Pressemitteilung schreibt (weil der Chef es so will, weil Sie als Existenzgründer erst einmal alles in einer Person sind und alles selbst machen müssen oder aus welchem Grund auch immer) ist in der Regel ziemlich verunsichert. Was muss ich schreiben? Wie viel muss der Journalist wissen? Muss ich eine besondere Form einhalten? Wie ist eine Pressemitteilung eigentlich aufgebaut? Welche der hunderttausend Tipps, die ich gerade bei Google gefunden habe, sind denn nun die richtigen?

Die Pressemitteilung, der Leser und der Journalist

Zunächst einmal ist es wichtig, Ihre Erwartungshaltung zurückzuschrauben. „Eine ist keine“ lautet das Motto für erfolgreiche Pressearbeit. Wichtig ist es, einen guten Verteiler zu erstellen und diesen regelmäßig mit Infos zu versorgen (Stichwort: Kommunikationskonzept). Verstehen Sie bitte Ihre Pressemitteilung als Information an die Journalisten, nicht als Schreibauftrag. Pressefreiheit bedeutet eben auch, dass der Journalist entscheidet, was für seine Leserschaft interessant ist. Und wenn er meint, dass die Meldung keinen „Nachrichtenwert“ hat, findet sie auch nicht ihren Weg ins Blatt.

Sie müssen beim Verfassen Ihrer Pressemitteilung also zwei Zielgruppen im Auge haben: Die der potenziellen Leser und die des Journalisten, der über Ihre Nachricht und die Aufnahme ins Blatt entscheidet. Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn Ihre Pressemitteilung (mal) nicht veröffentlicht wird. Gerade bei den „Großen“ der Branche, ist das zu erwarten, vor allem, wenn es sich bei Ihrem Unternehmen um ein noch junges und unbekanntes handelt.

Pressemitteilung – die äußere Form

Die Form ist im PC-Zeitalter nicht mehr so wichtig, wie sie es früher einmal war. Haben Sie den richtigen Ansprechpartner recherchiert, mailen Sie ihn einfach an und schreiben Sie Ihre Pressemitteilung direkt als Text in die E-Mail. Damit habe ich bislang die besten Erfahrungen gemacht. Anhänge (Word ist eher unbeliebt wegen der Makrovirengefahr, PDF birgt auch Gefahren) sind eher unpraktisch, weil sie der Empfänger separat öffnen muss. Verstehen Sie sich als Dienstleister für die Journalisten. Denen muss es vor allem auch schnell gehen und bequem sein. Da bietet sich ein einfaches Copy-and-Paste an. Achten Sie auf Ihre Wortwahl. Werbliche Sprache und Superlative haben in einer Pressemitteilung nichts zu suchen. Dann meint der Journalist nämlich, dass Sie genau so gut eine Anzeige schalten könnten. Schreiben Sie neutral, so wie Sie die Nachrichten in dem Blatt, in dem Sie Ihre Pressemitteilung gern veröffentlicht sehen möchten, auch vorfinden.

Der Aufbau einer Pressemitteilung

Nun zum grundsätzlichen Aufbau. Eine Pressemitteilung braucht eine Überschrift. Die muss in der Regel gar nicht besonders originell sein, sondern den Journalisten auf einen Blick darüber informieren, worum es in Ihrem Text geht. Dafür darf sie auch ruhig mal zweizeilig sein. Ein separat angegebenes Datum – wie früher – ist nicht mehr erforderlich, wenn Sie die Pressemitteilung per E-Mail versenden. Schreiben Sie dann einen kurzen Teasertext von maximal 4-5 Zeilen, der schon alle wichtigen Fakten enthält. Vergessen Sie also alles, was Sie von Schulaufsätzen oder Kurzgeschichten (die Auflösung am Ende) noch im Kopf haben. Die wichtigsten Fakten decken Sie mit der Beantwortung der W-Fragen ab. Wer macht was wann, warum und wo. Im Hauptteil erklären Sie dann ausführlicher, worum es geht und wer die handelnden Akteure sind. Ans Ende stellen Sie einen sogenannten „Abbinder„. In diesem erklären Sie in wenigen Worten das Geschäftsfeld Ihres Unternehmens und geben Ihre Kontaktdaten an. Mein letzter Rat: Die Presse wartet nicht und ruft auch kein zweites Mal an. Wenn Sie ein Journalist anruft, um nachzufragen und weitere Recherchen anzustellen, ist er an Ihrer Meldung interessiert. Lassen Sie dann alles stehen und liegen und kümmern Sie sich um Ihren Gesprächspartner. Einzige Ausnahme: Es brennt!

Das wäre das Wichtigste in Kürze – ich schreibe und versende seit mehr als 15 Jahren Pressemitteilungen und bin mit diesen Tipps immer gut gefahren.

Wenn Sie aus dem Nähkästchen plaudern möchten und diese Tipps um Ihre eigenen ergänzen wollen, schreiben Sie doch einfach einen Kommentar!

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