Glückwunsch! Passende Worte zu Jubiläum, Beförderung und Co. – eine Rezension

Cover des Buchs Glückwünsche!Als eine gute Kundin, die mir über unsere Zusammenarbeit zur Freundin wurde, im November 25-jähriges Geschäftsjubiläum feierte, war ich fein raus: Weil ich konzeptionell an den Vorbereitungen zur Feierlichkeit beteiligt war, war eine Glückwunschkarte nicht erforderlich. Ich war einfach zu der Feier eingeladen und konnte mein Geschenk mit einigen netten Worten selbst überreichen. Trotzdem war dieses Ereignis der Anlass, ein Rezensionsexemplar des Buches von Gabriele Baron, Glückwunsch! Passende Worte zu Jubiläum, Beförderung und Co. aus der Reihe Beckkompakt anzufordern, als mir einige Tage später eine Pressemitteilung zum Erscheinen ins E-Mail-Postfach flatterte.

Meine Erwartungshaltung ging dahin, auch etwas über das Halten von Glückwunschreden zu erfahren. Das aber war eine Erwartung, die das kleine Büchlein nicht erfüllte. Die Ratschläge von Gabriele Baron beziehen sich ausschließlich auf schriftliche Glückwünsche meist in Form von Briefen, aber auch Karten.

Licht und Schatten

Zweite Fehlannahme aufgrund des Titels und auch noch des Blicks in das Inhaltsverzeichnis: Es werden keine Tipps und Hinweise für private Glückwünsche gegeben. Die Zielgruppe des Buchs besteht ausschließlich in Menschen, die im beruflichen und geschäftlichen Umfeld gratulieren wollen oder müssen.

Gehört man zu dieser Zielgruppe und möchte oder muss nun Glückwünsche versenden, so bekommt man in kompakter und gut lesbarer Form eine Menge an Tipps, Musterformulierungen und auch die eine oder andere Checkliste an die Hand. Das Buch ist thematisch in die Bereiche Berufliche Anerkennung, Private Anlässe und Geschäftliche Gelegenheiten aufgeteilt.

Im Bereich Berufliche Anerkennung geht es beispielsweise um absolvierte Ausbildungen oder Prüfungen, natürlich um Mitarbeiter-Jubiläen aller Art und den Wechsel in den Ruhestand. Bei den Privaten Anlässen dreht sich alles schwerpunktmäßig um die Gratulation vom Unternehmen an die Mitarbeiter oder auch an Familienangehörige von Mitarbeitern – wobei mir dies sehr außergewöhnlich erscheint und mir solche Fälle nicht bekannt sind. Welches Unternehmen gratuliert schon dem Kind eines Mitarbeiters zur Einschulung? Bei den Geschäftlichen Gelegenheiten geht es dann um Glückwünsche zum Firmenjubiläum, zur Firmengründung oder auch zur Firmenübernahme (Generationenwechsel).

Abgerundet wird das Buch durch einige kurze Bemerkungen zu dem Thema Sprachliches und Grundsätzliches. Hier hat mir ein Hinweis gut gefallen, den ich selbst seit vielen Jahren praktiziere und auch in meinen Textberatungen weitergebe: „Je weniger kommerziell Sie diese Grüße gestalten, desto positiver wird der Kunde das aufnehmen.“

Neben dem klaren und übersichtlichen Druckbild und der guten Papier- und Druckqualität hat mir der Verzicht auf ein qualvolles Gendering der Sprache gut gefallen. Wie es eingangs heißt: „… ich habe nicht vor, Sie in diesem Buch mit den lästigen Männlich/Weiblich-Formen zu traktieren. Die erschweren nämlich die Lesbarkeit und blähen Texte unnötig auf. Wenn ich ‚Unternehmer‘ schreibe, meine ich immer auch die ‚Unternehmerin‘ – ohne Bindestrich, ohne Binnen-I oder sonst ein Accessoire.“

Fazit

Wer im geschäftlichen Umfeld Musterformulierungen und Ideen für seine Glückwunschpost sucht, erhält für kleines Geld viele Anregungen. Anders als der Klappentext verspricht, habe ich aber keine Hinweise für eine gelungene und professionelle Rede gefunden. Daher mein Gesamturteil: 3+

Das Buch

Gabriele Baron, Glückwunsch! Passende Worte zu Jubiläum, Beförderung und Co.
C. H. Beck Verlag, ISBN 978-3-406-67089-3
€ 6,90

 

 

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